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Forst
Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe im Münchner Umland
besitzen auch Waldflächen. Zum Marxhof gehören ca. 15ha in näherem Umfeld (Taufkichen, Arget), sowie ca. 40ha am Waldsanatorium in Planegg. Was geschieht nun dort, was gemeinhin als Waldarbeit bezeichnet
wird oder, was man bei uns sagt, wenn man “ins Holz” fährt?

Jugendpflege:
Nach einem Sturmschaden oder einer Rodung gilt es den verlorenen Bestand wieder aufzubauen. Dies geschieht zum einen durch eine gezielte Anpflanzung entsprechender Bäume, oder durch die Nutzung des natürlichen Anflugs. Letzteres ist natürlich günstiger, da zum einen “umsonst”, zum
anderen aber haben dieses´Bäume durch ihr Aufgehen schon die Akzeptanz des Standorts bewiesen. Dieser Bestand wird etwa 10 Jahre sich selbst
überlassen, bevor man in eine ersten Pflegegang von Hand den Bestand ausdünnt und auf die gewünschten Arten Einfluss nimmt. Heute wird eine
gesunde Mischung aus Laub- und Nadelhölzern bevorzugt. Nach weiteren 10-15 Jahren wird insbesonder in Fichtenkulturen der nächste Pflegegang
nötig. Dieser kann teilweise schon maschinell durch einen sog. Prozessor erfolgen, die hierbei gewonnenen Hölzer sind natürlich noch recht schwach
und werden hauptsächlich für die Papierherstellung genutzt. Die maschinelle Holzernte erfolgt heute ähnlich der Feldarbeit, der Prozessor schneidet
sog. Rückegassen in den Wald, er fällt die Bäume, entastet sie, legt die Äste vor sich ab und fährt dadurch stets auf dieser gut tragenden Schicht aus
Astwerk. Der Aspekt der Bodenschonung wird durch diese maschinelle Holzgewinnung am optimalsten umgesetzt. Das Holz wird automatisch in
Stärke und Länge gemessen, passend abgelängt und seitlich abgelegt. In einem weiteren Arbeitsgang wird dieses Holz von einem sog. Rückezug aufgenommen und am Straßenrand für die LKW-Abholung vorbereitet.
Brennholzgewinnung:
Kleinere Sturmschäden und Pflegemaßnahmen bringen meist nicht genug Holz, um einen ganzen LKW zu füllen. Dieses Holz wird dann meistens als
Brennholz genutzt. Bei uns in 33cm lange Stücke geschnitten, gespalten und trocken gelagert, bis es nach einem guten Jahr trocken und damit
ofenfertig ist. Einen Teil benötigen wir selber für unsere Holzheizung, der größere Teil wird aber an Privatleute verkauft. Haben Sie Interesse?
Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Brennholz!
Durchforstungen:
Bei älteren Beständen geht heute der Trend weg von Kahlschlägen und hin zu einer kontinuierlichen Nutzung des Waldes. Durch eine Auflockerung der Bestände wird parallel zum Wachstum des stehenden Holzes auch die nachkommende Jugend aufgebaut, so dass man nie offenliegende Flächen
mit all ihren ökologischen Nachteilen hat. Dieses System wird leider regelmäßig von nicht planbaren Naturereignissen zerstört, ob das Windwürfe,
also Sturmschäden sind, Trockenschäden, die aktuelle Borkenkäferproblematik oder was sonst noch möglich ist, gerade unsere sehr flachgründigen
Kiesböden bieten diesen angesprochenen Problemen leider immer wieder beste Voraussetzungen.
Ein paar Worte an alle kritischen Waldspaziergänger:
Wie ein Feld ist auch der Wald für den Landwirt ein Wirtschaftsgut. Er pflegt ihn um am Ende möglichst optimale Holzqualität und damit einen
möglichst optimalen Erlös zu erreichen. Die Wälder sind seit Generationen im Besitz der Bauernfamilien und werden auch generationsübergreifend
geführt. Was der Opa einmal gepflanzt hat, das kann der Enkel einmal ernten. Je älter und höher der Wald ist, desto mehr Platz braucht jeder
einzelne Baum zum Wachsen. Deshalb wird kontinuierlich - etwa im Abstand von 5 Jahren - jedes Waldstück durchforstet und die Stammzahl
reduziert. Bedenken Sie: Je besser die Bäume wachsen können, desto besser können sie auch CO2 verarbeiten. Ein Wald muss bewirtschaftet
werden, damit er die beste Wirkung auf die Umwelt entfalten kann. Auch wenn heute manche Forstmaschine schon gewaltige Ausmaße angeommen
hat - sie arbeitet auch für unser aller Wohl, sie macht Platz für neues Wachstum der alten Bäume und schafft Licht im Bestand, um auch der Jugend
möglichst optimale Wachstumsbedingungen zu bieten - dem Wald für unsere Enkel.
Begegnen Sie deshalb bitte den Waldarbeiten nicht mit Aggression, hier wird keine Natur zerstört, sondern erhalten. Bedenken Sie bitte auch, dass
der Wald ohne Pflege in kürzster Zeit auch für Sie nicht mehr passierbar wäre. Freuen Sie sich an der Natur und respektieren Sie die Bauern, die sie in harter körpelicher Arbeit pflegen.
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